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Mittwoch, 31. August 2011

Nicht dem Zeitgeist...

...sondern zur Abwechselung mal der Politik geopfert wird, so scheint es, eines der Grundverständnisse der kirchlichen Lehre.

Dem, was Elsa geschrieben hat, habe ich nichts mehr hinzuzufügen und schließe mich an.*

Leider ist alles wahr.

Angesäuerte Grüße nach Freiburg.



*Dem Gastkommentar von Monika M. ebenso :-(


Donnerstag, 25. August 2011

Die Kirche der Zukunft (wie beim WJT erlebt)...

Die Kirche der Zukunft....


...ist nicht reformiert, weil man erkannt haben wird, daß Reformen nicht die Lösung für den Glaubensverfall sind

...wird erstarkt sein in ihrer Basis, die da Jesus Christus heißt

...wird seelisch gespeist und getränkt durch das Sakrament der Eucharistie

...wird geprägt sein von Anbetung, aus der die Menschen ihre Spiritualität schöpfen

...wird sich nicht in Dialogen verzetteln, sondern sich Christus zuwenden

...wird erkannt haben, daß die Neuevangelisierung das Wichtigste ist

...wird sich selbst treu geblieben sein, während der Zeitgeist sich ständig wandelt

...wird das Sakrament der Beichte wieder neu entdecken und schätzen

Inspiriert durch: den STANDARD.AT mit herzlichem Dank.

Samstag, 23. Juli 2011

Volle Zustimmung

....geht heute an Elsa für ihren Beitrag Ermüdend und deprimierend .

Zitat:
Hoffentlich ist bald September, ich habe diese abgrundtief teutsch-provinziellen, saturierten "Kirchenlehrer_innen" mitsamt ihren "mutigen, kritischen und entschiedenen" Wortmeldungen, mit denen sie all die ehrlich verliebten Ehrenamtlichen verhöhnen, die mit all ihren Kräften helfen möchten, den Papstbesuch zu einem schönen Ereignis zu machen, wirklich sowas von übersatt!



Dem kann ich nur aus tiefstem Herzen, seufzend zustimmen! (seufz!)

Dienstag, 1. März 2011

Fundstück zur allgemeinen Erheiterung

Ich stieß vorhin zufällig auf ein word- Tagebuch von 2003, also genau 5 Jahre nach meiner Konversion. Darin ist ein Gottesdienst geschildert.... diese Begebenheit möchte ich Euch echt nicht vorenthalten:


"Sonntag war Gottesdienst mit Vorstellung der Erstkommunionkinder, GÄÄÄHN, also ich HASSE solche Gottesdienste, wo so viel Brimborium für Kids gemacht wird...so Kinder um den Altar und Tanz mit schnipp in die Finger, klatsch in die Hände, aaarghhh, und so dumme Sachen halt, das ist ja alles recht, aber des können sie im Kindergarten machen oder im KiGo, aber nicht in der Hl. Messe! Ich hatte NULL Andächtigkeit und wäre lieber aufm Sofa hocken geblieben und die Seligsprechung von Mutter Theresa geguckt wenn ich des gewusst hätt ! Brr. Bin KEIN FREUND von "Kindgerechten Gottesdiensten". Ein kirchlicher Mitarbeiter macht sich zum Volldeppen indem er mit den Kids einen bescheuerten Tanz um den Altar veranstaltet, statt Predigt und Lesung gibt es kindgerechte Ansprachen , Kinder lesen Fürbitten vormit denen die sichtlich NIX anfangen können (holper, stotter, und die Eltern strahlen: ach wie süß!), insgesamt herrscht mega Unruhe und zwischendrin wird mal kurz gewandelt (Andacht = null).

Dann war da son Kommunionkind (also das was nächstes jahr halt zur K. geht), und als das Opferkörbchen rumging sprang das Kind auf einmal auf seine Mutter zu (die vor mir saß) und brüllte wie am Spieß: "Tus NICHT! NEIN!!!! BITTEEE!!! TU s NIIICHT!!"!! Wir alle so: "?????" Will der Kleine der Mutter das Geld aus der Hand reißen und schreit"TU ES NICHT!! BITTE! VERSCHWENDE NICHT UNSER GELD!!!"! Der Mutter wars natürlich OBER peinlich und ich schätz der Bub hat ne Tracht Prügel bekommen daheim *ggggg*, wir dachten noch so, die haben daheim bestimmt Geldprobs und der Junge hat nun gemeint daß die Mutter kein Geld da reinwerfen soll! VOLL peinlich, die Mutter hat uns total leid getan! Die musste ja noch die halbe Messe da hocken, vor allem war ihr Sohn ja vorher auch noch namentlich vorgestellt worden! Ich konnte mir grad noch so verkneifen später zu ihr zu sagen : "Äh, vielleicht sollten Sie Ihrem Sohn nochmal das mit dem Opfergeld erklären..."...hihi.....tja man muss eben aufpassen, daß man gewisse Probs nicht vor dem Kind austrägt! Sowas kann sich RÄCHEN...*lol*. Das ganze war kurz vor der Wandlung und jede Andacht eh dahin. Tssssssssssssssssssssssss."


;-)

Freitag, 18. Februar 2011

Bleib auf Kurs - das Wort für die Woche:

»Wir weigern den Gehorsam und steh‘n in deinem Heer,
wir singen dir Gesänge, doch unser Herz bleibt leer.
Wir nennen dich den Richter und brechen frech das Recht,
wir künden die Erlösung und sind so oft noch Knecht.
Lös‘ du uns von uns selber und mach für dich uns frei,
dass Leben und Bekenntnis
zu deiner Ehre sei.«


Fritz Woike

Mit schönem Gruß an alle Memorandumbefürworter.

Montag, 14. Februar 2011

Steilvorlage?

Wahre Worte zum Um-sich-greifens des Memorandums:


„Ich meine, mir könnte es ja eigentlich wurscht sein, habe keine Kids und Religionsunterricht auch nicht. ;-) Aber es wundert mich, dass die Leute anscheinend nicht sehen, wie diese Uneinigkeit nach aussen wirkt.

So wird den Medien quasi eine Steilvorlage geliefert, die Katholische Kirche also so verstaubt und antiquiert dazustellen, dass selbst die Gläubigen protestieren....“


(O Ton: Freundin von mir)

Klasse, was?

Alle, die dieses Memorandum unterschreiben, machen sich mitschuldig an der Spaltung der katholischen Kirche, an der (Fortschreitung der) Verwässerung des Glaubens und damit letztendlich an dem Verlust der Spiritualität, Sakramentenverständnis und Glaubenstiefe und der daraus resultierenden Folgen ! (...)!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Memorandumbashing mit Echo Romeo!

Weils soooo herrrrrlich ist:





Danke, Peter!

Aber jetzt mal ernsthaft: Bitte zeichnet diese äußerst wichtige Petition, wenn auch ihr der Meinung seid, daß das hier zu schlecht ist, um es unbeantwortet stehen zu lassen!

BANNER gibts ebenfalls bei Echo Romeo.

Dienstag, 8. Februar 2011

Zitat des Jahres!

"Hier sind die wahren Gestrigen. Sie führen nicht in die Zukunft, und sie haben auch selbst keine Zukunft. Sie werden weder grünen, noch jemals blühen. Sie können Funktionäre hinter sich versammeln, aber niemals größere Massen begeistern, ...schon gar keine Jugendlichen. Als morsche Äste können sie freilich noch Schaden anrichten, wenn sie vom Baum herunterfallen."
Der geniale Peter Seewald in einem kathnet Interview

Freitag, 4. Februar 2011

Zum "Z"-Thema werdet Ihr hier nichts lesen

Vielleicht hat der eine oder der andere sich schon gewundert, wo doch das Z- Thema gerade so wahnsinnig aktuell ist? Nun, liebe Leser und Leserinnen, ich werde zu diesem Thema nicht nur deswegen hier nichts schreiben, weil es mich zu Tode langweilt, sondern auch und vor allem deswegen, weil ich mir nichtanmaße, etwas besser zu wissen, als zölibatär Lebende und mein Papst.

Aufregen tue ich mich auch nicht mehr, dafür ist mir die Zeit zu schade. Ich nehme alles zur Kenntnis, 143 Freunde usw , aber denke mir, wird das nicht irgendwann öde, immer dieselben Forderungen zu stellen, obwohl wir doch alle genau WISSEN: unter diesem Papst wird der Zölibat nicht fallen, auch unter dem nächsten nicht. Und schonmal gar nicht DANN, wenn es lautstark gefordert wird.

Also finde ich, daß alle sich einfach damit abfinden und ihre Energie auf wirklich wichtige Dinge, wie zb die Neuevangelisation richten sollten.

Montag, 17. Januar 2011

Happy birthday, P. Werenfried!



„Was ich euch aus meinem erfüllten Leben sagen möchte: Das Evangelium stimmt. Nie hat mich der Herr im Stich gelassen. (...) Darauf baut mein grenzenloses Vertrauen. Es wurde zu meiner zweiten, oder besser gesagt, zu meiner wahren Natur.“ (Pater Werenfried van Straaten, 1913-2003).


Heute wäre sein 98. Geburtstag. Danke, Pater Werenfried!
Foto: (c) Balz Röthlin
Text: Kirche in Not

Sonntag, 21. November 2010

NEIN, DER PAPST ERLAUBT KONDOME NICHT

Hedda Christine Acker hat einen interessanten Kommentar geschrieben , in welchem sie auch für theologisch nicht Versierte in verständlicher Form anhabd des "Bankräuber-Beispiels" die Kondomverbotsgeschichte nochmal darlegt:

"Der Osservatore hat wohl entgegen der Absprache ein paar Sätze aus dem Buch veröffentlicht, die von so ziemlich allen Medien so verstanden wurden, wie der Spiegel sie auch verstanden hat. Dabei ignorieren die aber alle, dass es keine lehramtliche Verlautbarung gibt, der Papst auch in seinem Interviewbuch Kondome nicht erlaubt hat, und die Sätze natürlich aus dem Zusammenhang gerissen sind. Was der Papst wohl als Privatmeinung geäußert hat, ist, daß es natürlich besser ist, wenn ein Bankräuber eine ungeladene Waffe dabei hat, weil er dann nicht versehentlich aus Panik jemanden erschiessen kann. Davon ungeachtet ist ein Bankraub, mit oder ohne Pistole, schwere Sünde. Wenn ein Bankräuber jedoch absichtlich die Munition entfernt, ist das nen Tacken verantwortungsvoller als mit Munition in den Laden zu stürmen. Insgesamt wäre der Problematik jedoch mehr gedient, wenn der Bankräuber nicht stehlen würde, und nicht mit Gewalt drohen würde. Der Papst betont aber mehr als ich gerade, daß Bankraub so oder so Sünde ist, es aber vielleicht einen kleinen Schritt hin zu einem moralisch verantworten Leben sein KÖNNTE, wenn ein notorischer Räuber irgendwann auf die Idee kommt, es sei womöglich besser, die Munition vorher rauszunehmen. Das kann aber nur der erste Schritt hin zu der Erkenntnis sein, daß er die Knarre ganz stecken lassen sollte und zur Bank nur zu gehen hat, wenn er ne Überweisung einwerfen will, und nicht, um fremdes Geld zu klauen. So. Und das kann man ziemlich gut auf die Kondomproblematik übertragen, das bißchen Denksport kriegt man auch an nem Sonntag hin. Schöner Link, für alle, die halbwegs Englisch können: http://www.ncregister.com/blog/the-pope-said-what-about-condoms"

Danke Hedda!

Stolz, katholisch zu sein...

Wunderschönes Zitat, gefunden bei Schattenschrift:

Mir ist schon klar, dass es in der Kirche auch viele Missstände gibt, aber ...

"Pierre Termier, ein Freund Léon Bloys, hielt einmal vor dem Kongress der Vereinigung katholischer Studenten in Bordeaux eine Ansprache, in der er unter anderem sagte:
'... Lassen sie mich Ihnen auch dazu Glück wünschen, dass sie katholisch sind. Seien sie stolz, zu dieser so angefochtenen, verrufenen, verleumdeten und heftig angegriffenen Kirche zu gehören, die Gegenstand so vieler versteckter oder gewaltsamer Verfolgung ist, und die inmitten von Beleidigungen unverwundbar und unermüdlich ihren Weg fortsetzt, die Augen zum Himmel erhoben und auf ihren Lippen immerfort das leise Beten der Psalmen und Hymnen. Man hielt sie für tot; aber sie ist lebendiger als je. Größte Schriftsteller und Denker, reinste Dichter, prachtliebendste Künstler, selbständigste und kühnste Gelehrte neigen sich vor ihr und grüßen sie demütig. Und einige von ihnen, die ihren Weg in schlimmsten Finsternissen tappend gesucht haben und von sehr weiten Fahrten zurückkehren, fallen auf die Knie und zerfließen in Tränen, sobald sie den Fuß in den Vorhof ihrer Tempel setzen.'"(aus: Das Glück katholisch zu sein, Benedikt Welser, Kanisius Verlag, Rottenburg, 1963)

Montag, 15. November 2010

Quo vadis, Germania......?

Mich macht grad so vieles betroffen. Ich lese in unseren blogs- und eine Nachricht ist übler als die andere. Die Humanisten fordern, weg mit der Kirchensteuer, und lamentiert, von Steuergeldern würden "solche wie Mixas Pension" bezahlt, nachzulesen hier.

Dann gibt es heuer Karrikaturpreise für unterirdisch-menschenverachtendes wie Cartoons auf Kosten kath Priester. Sowas wie DAS HIER lässt mich wirklich AM MENSCHEN ZWEIFELN. Wer kann sowas lustig finden??? Indessen haben gewisse kath. Laienverbände nichts Wichtigeres zu tun als ewig olle Kamellen aufzuwärmen,anstatt sich mal Gedanken darüber zu machen, wie sie den verfolgten Christen in islamischen Ländern helfen könnten.
Da wird die Volksbildung "bereichert" durch Bücher wie David Bergers Homo-Buch Als schwuler Theologe in der kath. Kirche" oder ein hetzerischer Reißer über Papst Benedikt XVI , der laut Umfragen ja für jeden 2. Katholiken "keine moralische Instanz " ist (das wiederum lässt mich an den KATHOLIKEN UNTER UNS VERZWEIFELN).

Andernorts wird auf Wunsch eines einzelnen Vaters(!) ein Kruzifix im Klassenraum abgehängt ("stört beim Lernen") während Christen im Irak für das Tragen eines Kruzifixes an etwa einer halsjette sofort erschossen werden. Von Mariendarstellungen im Kondom usw will ich hier gar nicht reden.

Der BDJK verfasst ein Gender-Credo und anderswo werden unter kirchlichem Deckmantel Kondome verteilt. Unsere Bischöfe schauen zu und bemühen sich um "Dialog".

Super- alles wunderbar, nicht?

All das lässt mich befürchten, daß es mit der Welt viel schlimmer aussieht als gedacht.

WO FÜHRT DAS HIN??

Samstag, 6. November 2010

Wo Gott weint

Kurzclip über die Situation der Christen im Irak.

Wo Gott weint

...und wo ich an meine Grenzen stoße:diesen Bericht fand ich bei Gespräche am Jakobsbrunnen

Ich konnte den Bericht nicht zuende lesen.

Schenken wir uns doch dieses Jahr einmal nichts zu Weihnachten- spenden wir das Geld !

Mittwoch, 3. November 2010

Wiener Dompfarrer und der kuschelige Rosenkranz- ein Gastkommentar

Wie bereits mehrfach zu lesen war, hat sich der Wiener Dompfarrer Toni Faber missverständlich bis negativ über das Rosenkranzgebet und den Zölibat geäußert.

Mit Erlaubnis des Autors veröffentliche ich hier einen kath.net- Leserkommentar, der alles zusammenfasst, was es meiner Meinung nach zu diesem Thema/diesen Themen zu sagen gibt. Es freut mich, diesen hervorragenden Artikel hier zur Verfügung stellen zu dürfen.

Realität

Ich schreibe diesen Beitrag in der ausdrücklich Annahme, dass die Informationen über die Äusserungen des Wiener Dompfarrers, Herrn Toni Faber, zutreffen: als westeuropäischer Katholik, der mit Interesse die Entwicklungen in der kath.Kirche im deutschsprach.Raum,so, wie sie bei KathNet dargestellt werden, verfolgt, habe ich seit einiger Zeit begonnen, mich über die Kirche in Österreich zu wundern, in der es sehr weit auseinanderliegende Pole zu geben scheint, von den einen, die orthodoxen katholischen Glauben behalten und aktiv gestalten, bis hin zu jenen, die die Kirche auf Wege führen möchten, die offensichtlich nicht den Vorstellungen der EINEN universalen kathol. Kirche entsprechen, sondern eher ihren persönlichen Vorlieben.

Es stimmt, dass wir in einer Zeit leben,der das Heilige als Begriff und als tiefes persönliches Erleben abhanden gekommen zu sein scheint, es stimmt, dass wir in einer Demokratie leben, in der man sich selbst verwirklichen kann, in der man mehr als anderswo mit seinen eigenen Fähigkeiten und Ansichten und aus eigener Autorität ans Licht der Welt treten kann, in der man das Gefühl erwerben kann, man sei selber autonom genug, um zu bestimmen, was des Glaubens wert ist und was nicht, in der man auf Grund dieser Selbsteinschätzung zu der persönlichen Schlussfolgerung gelangen kann, man könne zwar eine Autorität -wie bisher- als solche anerkennen, im übrigen aber eigene Wege gehen, da es dieser Autorität offensichtlich misslinge, die Realität, so wie sie ist - oder so, wie sie zB Herrn Pfarrer Faber erscheint, zu erkennen.

Herrn Faber, der sich selbst so darstellt, als anerkenne er noch dem Mund nach, was er in Wirklichkeit bereits ablehnt und nach eigenem Gutdünken umzugestalten denkt.Die Autorität in der kathol.Kirche ist aber keine beliebige, sie wurde dem ersten Jünger Jesu von diesem persönlich übertragen und ist deshalb für die kathol.Kirche unhinterfragbar legitimiert. Für immer. Diese Autorität, der Papst, steht an der Spitze einer Institution, die wie keine andere in der Gesellschaft, in der sie wirkt, jahrhundertelang verwoben war und noch ist, und die auf einen Schatz an Erfahrung im Umgang mit menschlichem Wesen und seinen Verwirrungen zurückgreifen kann, wie kaum eine andere Religion oder übergreifende Einrichtung dieser Welt.

Es ist daher sehr unbedacht, hier eine "Realitätsverweigerung" zu postulieren, es sei denn, der Dompfarrer von Wien meint mit diesem Begriff den Widerstand, den die kathol. Kirche den Widersprüchen und zunehmenden Entgleisungen, die unsere westliche Gesellschaft dem christlichen Sittengesetz entgegenbringt.

Der im Laufe der Kirchengeschichte entstandene Zölibat gehört mit zu den Realitätsproblemen, die der Dompfarrer einer großen, angesehenen Kathedrale Europas mit der katholischen Kirche hat. Er betrachtet ihn als ein Auslaufmodell.Wenn die Kathol.Kirche der Ort ist, dem im Laufe der langen Zeit ihres Bestehens und in der Entfaltung ihrer Lehre -ich bin kein Theologe- nichts anderes eingefallen sein sollte, als eine zunächst jahrhundertelang gültige und geschätzte und bewährte Lebensform zu entwerfen, um sie dann hinzuschmeißen, dann, wenn wir mit unserer Gesellschaft in ein Stadium ihrer Entwicklung eingetreten sind, in dem -vorübergehend- die Sexualität mit ihren Wünschen an das Eigenleben menschlicher Wesen höher gestellt wird, das bisher der Fall war, dann müßte man an der Weisheit der Kirche zu zweifeln beginnen und dann müsste man die Legionen von Priestern, die im Eifer der Heiligkeit versucht haben, ein vorbildliches und uns alle beeindruckendes Leben der Keuschheit, ganz auf den Dienst an Gott und den anbefohlenen Gläubigen auszurichten, im Nachhinein wohl als Dummköpfe ihrer Zeit betrachten, als bemitleidenswerte Zeitgenossen, denen Wesentliches entgangen sei, nämlich ein Bett für zwei zu haben.

Dass kathol.Priester in unserer Sex- und Pornozeit es gewaltig schwer haben, weil sie auch aus Fleisch sind, wie wir alle, macht ihr Opfer eines echten, aus Überzeugung und aus Liebe zu Gott und den Menschen gelebtes und vorgelebtes Zölibat, zu einem bewundernswerten Akt. Dass die Kirche diesen Akt nach wie vor fordert, zeigt, welch höchsten Stellenwert sie der Person des würdigen Priesters einräumt. Es gibt ja, seit Luther, der mit dem Vorbild des Bruchs der Ehelosigkeit in unserem engeren Kulturkreis voranging, in den protestantischen Kirchen keine Priester, sondern Religionsverkünder- und Verwalter religiöser Angelegenheiten, Pastoren,die wie ich und du leben, auf andere Weise über sexuelle Probleme Bescheid wissen mögen und ihre Gottesarbeit verrichten. Die protestantische Entwicklung ist da, es gibt sie in Hunderten von Varianten weltweit und es ist jedem unbenommen, sich dieser Religionsform anzuschließen.

Ich bin der Meinung, dass es der Anstand, die Ehrlichkeit mit sich selber und die Glaubwürdigkeit der eigenen Person vor der Welt gebietet, dass jemand, der die Ansichten der Protestanten durch sein Verhalten, sein Denken oder seine Äusserungen gutheißt, der unter anderem auch von der Muttergottes, die den Katholiken hoch und heilig ist, so wenig hält, dass er sie eines Gebetes nicht mehr für würdig befindet und sich gar über das "kuschelige" Rosenkrankbeten lustig macht, selbstverständlich dorthin wechselt, wo sein Herz ihn hinzieht.

Nichts ist destruktiver, als wenn ausgerechnet ein hoher oder exponierter Vertreter einer Kirche, die sich ausdrücklich der Autotität des Papstes verpflichtet fühlt, plötzlich anfängt, diese Autorität selber in die Hand nehmen zu wollen, um sogenannte "eigene Wege" gehen zu wollen. Das sprengt die Einheit, das zerstört die Glaubwürdigkeit der Kirche insgesamt, das macht uns Katholiken zu Schießscheiben derer, die uns sowieso so gerne weghätten, weil wir den Hedonisten zuviel des Glaubens und zuviel der Moral vorsetzen. Dieser, dem Hochmut und der persönlichen Unbeherrschtheit entsprungene Anmaßung führt am Ende für alle zu einem bösen Ende.

Wohin die Ehen von Gottesleuten führen, das zeigt uns das Bild, das die Soziologen über die Zustände in Pastorenfamilien bis hinauf in bischöfliche Sphären liefern. Die Ehe hat bei Protestanten keinen Sakramentscharakter und der Anspruch "bis dass der Tod euch scheidet" ist dem relativen Verlauf der jeweiligen Beziehungen überlassen. Wie aber soll ein solcher Anspruch in einer imaginären kathol. Priesterehe durchgeführt werden? Auch katholische Priester und "Priesterinnen" werden in Ehen genügend Gelegenheiten finden, zu sündigen, zu streiten, sich zu entzweien, sich zu verlassen, sich zu trennen. Wird am Ende die kathol.Kirche für ihre Pfarrer dann auch noch die Scheidung, die Verteilung der Scheidungskinder etc einführen? Das ist nach kathol.Eheverständnis unmöglich.

Man müßte ein ganzes Sakrament abschaffen.

Ich will den Gedanken nicht weiter spinnen. Jedermann, der einigermaßen psychologisches Grundempfinden hat, weiß, dass die Bresche in ein Gesetz der Anfang des Auslaufens ist, der slippery slope ist nach meiner Meinung unerbittlich und unvermeidlich. Wir hätten dann irgendwann eine WischiWaschiKirche mit ganz alltäglichen Zeitgenossen, die zwischen Kanzel und Bett, zwischen Kindergarten und Altar. zwischen Streit im Haus und Predigt von Liebe und Friede in der Kirche hin und her gejagt wären, Zeitgenossen, die man sicher wegen ihrer Menschlichkeit, mit allem Respekt und auch mit Liebe und Zuneigung bedenken und auch als Freunde haben könnte, aber Priester, glaubhafte Vermittler der Botschaft Gottes, ausgezeichnet durch ihren uneingeschränkten Dienst an ihrem Gott und an den Menschen, könnten solche pastoralen Zeitgenossen für mich nicht mehr sein.

Dass uns soviele Priester fehlen, liegt nicht an der Lebensweise der Priester, nicht am Zölibat, sondern an der Spass- und Kundengesellschaft, die wir uns gemacht haben. Uns ihr immer noch mehr anzupassen, wie es vermeintliche Avantgardisten vom Shhlag des Dompfarrrers weismachen wollen, ist nicht nur eine Verleugnung -ein schlimmeres Wort vermeide ich- sondern macht Katholiken am Ende nur noch verächtlich, gerade in den Augen derer, die meinen, so süffisant auf sie herabschauen zu können.

Die Zeiten gehen weiter, lieber Dompfarrer, nach der Sexualrevolution kommt vielleicht eine andere, wer weiß. Die verheirateten Gottesleute in anderen Religionen werden wohl bleiben, und so finde ich, vereehrter Herr Dompfarrer, sollten sie uns unsere unverheirateten Priester neidlos, ja bewundernd überlassen. Gerade auch in einer Demokratie leben wir doch vom Reichtum der Verschiedenheit. Lassen Sie uns Katholiken verschieden sein. Lassen Sie uns, um es modern auszudrücken, unsere Identität. Lassen Sie sich nicht dazu hinrei0en, Teil der Zerstörung des geistigen Schoßes zu werden, aus dem Sie selber hervorgegangen sind, fallen Sie sich nicht selbst in den Rücken, sondern überlegen Sie bitte alles mit dem Ziel, den Katholiken keinen weiteren Schaden zuzufügen oder ziehen Sie, aus Respekt vor diesen, Ihre Soutane aus und wechseln Sie.

Ady-Michel Ruppert
 
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